Corporate Publishing – eine Definition

Corporate Publishing ist ein viel strapazierter Begriff. Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass jedes Unternehmen auch Medienhaus sein muss. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff konkret? Eine Corporate Publishing Definition.

Heute geht man davon aus, dass die Ursprünge des Begriffs „Corporate Publishing“ in der Hamburger Agenturlandschaft der 1990er liegen. Obwohl offenkundig englisch, wird er aber überwiegend im deutschsprachigen Raum angewendet. In den USA ist etwa „Custom Publishing“ geläufiger, in Großbritannien „Customer Publishing“. Aber mehr zur Geschichte später.

Corporate Publishing oder Content Marketing?

Heute ist Content Marketing in aller Munde. Zugegeben: Es hat sich aus dem Corporate Publishing herausentwickelt. Ein Unterschied zwischen beiden liegt zum Teil aber in den Kommunikationszielen. Content Marketing hat einen stärkeren, aber nicht zwangsläufig unmittelbaren, Vertriebsaspekt. Der Begriff „Marketing“ lässt darauf bereits schließen. Corporate Publishing fühlt sich mehr journalistischen Anforderungen verpflichtet. Dennoch besteht natürlich ein Naheverhältnis zwischen beiden.

Die Corporate Publishing Definition zielt vorrangig auf Image und  Kundenbindung ab:

“Wenn Unternehmen sich mit Kundenzeitschriften, Mitarbeiterzeitschriften, Geschäftsberichten, Web-Sites, Applikationen oder Social Media gezielt an Teilöffentlichkeiten wenden, heißt das Corporate Publishing. Mit kontinuierlich erscheinenden und nach journalistischen Kriterien aufbereiteten Medien versuchen die Unternehmen die Bindung zu ihren Kunden zu stärken, das Image zu pflegen und mitunter auch den Absatz zu steigern.” (Weichler 2014)

Bis in die 2000er wurde Corporate Publishing häufig synonym mit Kundenzeitschriften gesetzt. In Zeiten von Digital Publishing greift dies aber längst viel zu kurz.

“Corporate Publishing ist der Oberbegriff für verschiedene Formen von Business-Medien. Darunter fallen Kundenzeitschriften, Mitarbeiterzeitschriften, Corporate Books, Geschäftsberichte, Web-Sites, Newsletter, Corporate Video, Corporate Blogs und der Unternehmensauftritt in sozialen Netzwerken wie Facebook und Xing. Corporate Publishing umfasst letztendlich alle medialen Formen, mit denen Unternehmen Kontakt mit ihren Kunden und Multiplikatoren aufnehmen.” (Weichler 2014)

Eine entscheidende Qualität ist, dass Inhalte, Botschaften, Aufbereitungsformen sowie die Umsetzung in der Hand des Unternehmens liegen (können). “Kein externer Multiplikator (Journalist) oder Realisator (Fotograf, Grafiker eines Massenmediums) beeinflusst die Kommunikationsinhalte. Der Journalist als Gatekeeper entfällt.” (Weichler 2014). Dies kann natürlich berechtigte Fragen der Medienethik aufwerfen.

Wesentlich bei der nötigen Ergänzung der Corporate Publishing Definition ist ein Halbsatz:
“Alle medialen Formen, mit denen Unternehmen Kontakt mit ihren Kunden und Multiplikatoren aufnehmen”. Das geht weit über Kundenmagazine hinaus. Ins Zentrum sind heute Online-Kanäle gerückt. Digitale Medien lösen Printprodukte vielfach ab. Die Modernisierung der Medien schlägt sich natürlich auch im Corporate Publishing nieder.

Die Ursprünge des Corporate Publishing

Auch wenn der Begriff aus den 1990ern stammt, liegen die Ursprünge viel weiter zurück. Man vermutet sie in den USA des 19. Jahrhunderts. Fabrikanten haben dort erste ähnliche Publikationen veröffentlicht. In Europa gewann die Idee in etwa zur Zeit des Ersten Weltkriegs an Prominenz. Angeblich war “Der Pelikan – Mitteilungen der Pelikan-Werke Günther Wagner, Hannover” aus dem Jahr 1912 eines der ersten deutschen Corporate Publishing Produkte.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Zeit des wirtschaftlichen Booms in den 1960er-Jahren entwickelten sich zahlreiche weitere Unternehmensmagazine. Der Unterschied zwischen interner und externer Publikation war dabei häufig noch nicht merkbar ausgeprägt.

Nach zunehmender Verbreitung und deutlicherer Unterscheidung von Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften wurden gedruckte Corporate Publishing-Produkte bis in die 2000er-Jahre stetig relevanter. Seit dem Einsetzen der Digitalisierung transformiert sich der Bereich zugunsten von digitalen Formen der Verbreitung von Unternehmensinhalten.

Zur Content Maketing Definition

 

Share

Kommentar verfassen