Heute spielt Deichkind in Wien. Was das mit der Entwicklung der Medienwelt zu tun hat? Viel! Das Kollektiv identifiziert und setzt Themen – und das traditionell durch Disruption: „Wir wollten das ganze Ding gegen die Wand fahren. Aber die Wand war nicht stabil genug.“ Was übrig bleibt, ist Erfolg dort, wo andere zu Grunde gehen.
Deichkind auf ihre Musik zu reduzieren, ist stark verkürzend. Klar ist es legitim, einfach die Songs gut (oder auch nicht) zu finden und sich nicht weiter damit zu beschäftigen. Eine genauere Auseinandersetzung mit dem Kollektiv, bei dem nicht mal so klar ist, ob es jetzt aus 3, 10 oder 50 Personen besteht, ist aber äußerst lohnend! Insbesondere Akteuren im teils arg gebeutelten Mediengeschäft, denen die Entwicklungen nur so um die Ohren rauschen, sei dies besonders ans Herz gelegt!