Zu Ostern war Zeit für Familienbesuch. Auf dem Weg ins Rurale hat meine Schwester nach meinen Erfahrungen mit Blendle und read.it gefragt. Ich habe ihr in etwa entsprechend der auch auf diesem Blog zu findenden Beiträge geantwortet. Recht schnell war besprochen, was cool und was weniger toll an den beiden bzw. ähnlichen Lösungen ist. Doch im Wesentlichen inspirierend und erschreckend zugleich war die darauffolgende Frage meiner Schwester: „…und wie kommst du auf die Artikel, die du interessant oder relevant findest?“ Meine Antwort: „Facebook.“ Im Facebook-Stream, genauer gesagt. Kann der eigene Stream ein Digital Asset sein?
Ethik
„Parasitärer Vertrieb“ als Geschäftsmodell
Das neue Angebot uebermedien.de greift den Diskurs um Niveau und Rechtfertigung der Medien auf (Stichwort „Lügenpresse“) und erhebt ihn zum Modell für die eigene Plattform. Der Vertrieb des eigenen Contents erfolgt über Fremdstrukturen. Parasitärer Vertrieb: Ein Szenario für neue, schlanke Medienprodukte ohne etablierte Vertriebsstrukturen?
Was wir von Deichkind lernen können
Heute spielt Deichkind in Wien. Was das mit der Entwicklung der Medienwelt zu tun hat? Viel! Das Kollektiv identifiziert und setzt Themen – und das traditionell durch Disruption: „Wir wollten das ganze Ding gegen die Wand fahren. Aber die Wand war nicht stabil genug.“ Was übrig bleibt, ist Erfolg dort, wo andere zu Grunde gehen.
Deichkind auf ihre Musik zu reduzieren, ist stark verkürzend. Klar ist es legitim, einfach die Songs gut (oder auch nicht) zu finden und sich nicht weiter damit zu beschäftigen. Eine genauere Auseinandersetzung mit dem Kollektiv, bei dem nicht mal so klar ist, ob es jetzt aus 3, 10 oder 50 Personen besteht, ist aber äußerst lohnend! Insbesondere Akteuren im teils arg gebeutelten Mediengeschäft, denen die Entwicklungen nur so um die Ohren rauschen, sei dies besonders ans Herz gelegt!
#FragNestle: Man erntet, was man sät!
Schlecht gestohlene, aufgesetzte und unseriöse Kampagne #fragNestle wird zum Bumerang. Zu Recht. Wer von Dingen spricht, die er nicht lebt, wird unauthentisch. Das mehr als fragwürdige Business Modell des weltweit größten Nahrungsmittelkonzerns ist längst keine Überraschung mehr – was gerade der PR-Abteilung klar sein muss. Dass die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden, ist zu bezweifeln.
I’ll be back! Kuratierter Content ist wieder ein Ding
Kuratierter Content von einem (menschlichen) Redaktionsteam wird zunehmend wiederentdeckt – vor allem von jenen, die sich zukünftig selbst als Medien(häuser) wahrnehmen möchten. Rein auf Algorithmen basierendes Kuratieren von News und Inhalten generell stößt alsbald an seine Grenzen. Im Vorteil ist, wer zusätzlich über ein Team verfügt, das auswählt, zusammenstellt, editiert und ergänzt.
Krisen-PR als Antwort auf die PR-Krise? Das Geld liegt im Dreck.
Bis vor wenigen Jahren sind neue PR-Agenturen regelrecht aus dem Boden geschossen. Die Goldgräberstimmung ist aber seit längerem vorbei: gesättigter Markt, kriselnde Konjunktur sowie reduzierte und hart am für Auftragnehmer gerade noch Möglichen (oder darunter) kalkulierte Etats sorgten für beinharten Verdrängungswettbewerb. Überdies vertrocknen die am Markt frei verfügbaren liquiden Mittel nahezu. Viele Wettbewerber sind in eine veritable Krise gerutscht. Zynische Konsequenz aus dieser Entwicklung: ist Krisen-PR die Rettung aus der PR-Krise?
SZ-Digitalchef Stefan Plöchinger im Horizont Interview – von MediaPunk.org kommentiert!
Häh, ein kommentiertes Interview?! Ja.
Ich bin heute über das Horizont-Interview mit Stefan Plöchinger, SZ-Digitalchef, gestolpert und habe es mit großem Interesse gelesen. Mit so großem, dass ich es hier kommentiert wiedergeben möchte. Warum auch nicht?
- Erstens: Es ist mein Blog und da kann ich ohnehin machen, was ich will und
- Zweitens: Das Interview schneidet fast schon sagenhaft viele Themen an, die sich bereits jetzt auch auf MediaPunk.org finden, sodass es mich wohlig schaudert.
Wie sich schon im ersten Absatz zeigt:
Vom IoT zum Internet of Life (IoL)? Wenn der Unterschied zwischen Virus und Computer-Virus verschwimmt
Sehen wir eine Entwicklung vom Internet der Dinge zum Internet des Subjekts, dem Internet of Life? Nicht nur Kühlschrank und Fensterläden sind mit Permanent-Access versehen. Auch der Körper des Menschen geht online. Also besser keinen Virus einfangen!
@Pontifex_de: den digitalen Teufel austreiben!
Im Jahr 2015 hat sich also auch der Papst zu digitalen Medien zu Wort gemeldet. „Das kann ja heiter werden“, habe ich mir gedacht. Wurde es auch. Ziel des Pontifex: den digitalen Teufel austreiben.