Twitter tritt mit „Twitter Moments“ als News-Kurator in Erscheinung

But the challenge we’ve had over the years is, although we have the world’s greatest content, it’s like having a television without a channel guide or even a remote control.
Kevin Weil, Produktchef Twitter zu Twitter Moments

Die angeblich bald aus dem „Project Lighting“ hervorgehenden „Twitter Moments“ sollen das ändern. Twitter kuratiert in Zukunft News – mit einem Redaktionsteam.

Das neue Feature bringt anlassbasierend kuratierten Content auf die Plattform. Ein neuer Button führt zu einer Auswahl aktueller Ereignisse, die Twitter-Nutzer aktuell thematisieren. Dies können etwa Veranstaltungen, Breaking News oder Skandale sein. Die Idee: Das soll für ein themenkonzentriertes, multimediales Newserlebnis sorgen. Und einem der größten Kritikpunkte Twitters entgegenwirken: Der News Stream gilt als äußerst unübersichtlich.

Ein Editoren-Team, das auf Basis von Trends und Entwicklungen relevante Inhalte zu Moments versammelt, kuratiert Twitter Moments. Somit möchte sich neben Facbook, Apple und Google nun auch Twitter in die Position eines News-Editors bringen. Sie wollen somit entscheiden, welcher Content von welcher Quelle prominent ge-featured wird.

Um dieser gewünschten Rolle mehr Gewicht (sprich: Publikum, sprich: Relevanz) zu verleihen, kann man via Twitter.com auf Moments auch nicht eingeloggt zugreifen. Darüber hinaus sollen sie sich auch außerhalb des eigenen Systems einbetten lassen und werden dort ebenso automatisch mit neu generierten und kuratierten Inhalten angereichert.

Twitter hat es bisher nicht geschafft, jene, die keine aktiven Nutzer der eigenen Plattform sind, zu erreichen. Dies soll hiermit gelingen.

Twitter Moments: Meta-Trend Newserlebnis

Was wir bereits mit Facebook Instant Articles oder dem Newslab von Google sehen, schreibt sich auch bei Twitter Moments fort:

Das News-„Erlebnis“!
Text, Bild, Video, Liveübertragung (Twitter: Periscope!) – vieles davon kuratierter User-Content – sollen zu multimedialen Nachrichten-Erlebnissen kombiniert werden.

Einerseits reichert das alles natürlich den Gehalt von News an. Andererseits stellt sich die Frage, ob User nicht vl. zukünftig wieder vermehrt das Bedürfnis verspüren, geschriebenen Text zu lesen, ohne ständig mit Updates, selbststartenden Videos und durchladenden News Streams zsw. bombardiert zu werden…

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